17.03.26
09:54
Reuters
London, 17. Mrz (Reuters) - Die geringen Aussichten auf eine kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus treiben parallel zum Ölpreis auch den europäischen Gaspreis an. Der europäische Future(TRNLTTFMc1) steigt um 3,6 Prozent auf 52,61 Euro je Megawattstunde. Hintergrund sind neue Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Betrieb des Gasfeldes Shah blieb nach einem Drohnenangriff ausgesetzt. Zudem löste ein weiterer Angriff einen Brand im Hafen von Fudschaira aus.
Durch die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Schließung der katarischen Flüssiggasanlagen (LNG) sind rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels betroffen. Neue Kapazitäten in den USA reichten nicht aus, um die derzeit unterbrochene Jahresproduktion von 110 Milliarden Kubikmetern auszugleichen, teilten Analysten von ING mit. Die einzige Lösung sei kurzfristig, den Markt durch eine Drosselung der Nachfrage auszugleichen. Selbst bei einer langsamen Wiederaufnahme der Produktion sei erst im dritten Quartal mit einer Rückkehr zu annähernd normalen Liefermengen zu rechnen.
Der Preisanstieg spiegele zwar die Sorge vor einer Angebotsverknappung wider, deute aber nicht auf Panikkäufe hin, konstatierten die Analysten von UniCredit. Die aktuelle Lage für Europa sei nicht so dramatisch wie während des Ukraine-Konflikts. Sollte die Straße von Hormus jedoch über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben, könnte der TTF-Preis auf 90 bis 100 Euro je Megawattstunde ansteigen.
Die Europäische Union will die Auswirkungen der steigenden Energiepreise abfedern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen legte am Montag Pläne vor, die auf mehr verfügbare Emissionszertifikate und Finanzhilfen für die Industrie abzielen. Eine Deckelung der Gaspreise schloss sie jedoch aus.
Der Gasspeicher-Verband INES warnt unterdessen vor Schwierigkeiten bei der Wiederbefüllung der Speicher für den kommenden Winter. Grund für den trüben Ausblick ist, dass Gas für den kommenden Winter derzeit günstiger ist als für den Sommer. Dieser sogenannte negative Sommer-Winter-Spread hebele die Anreize zur Einspeicherung vollständig aus.
(Bericht von Nina Chestney, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
17.03.26
09:54
Reuters
London, 17. Mrz (Reuters) - Die geringen Aussichten auf eine kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus treiben parallel zum Ölpreis auch den europäischen Gaspreis an.
Der europäische Future(TRNLTTFMc1) steigt um 3,6 Prozent auf 52,61 Euro je Megawattstunde. Hintergrund sind neue Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Betrieb des Gasfeldes Shah blieb nach einem Drohnenangriff ausgesetzt. Zudem löste ein weiterer Angriff einen Brand im Hafen von Fudschaira aus.
Durch die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Schließung der katarischen Flüssiggasanlagen (LNG) sind rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels betroffen. Neue Kapazitäten in den USA reichten nicht aus, um die derzeit unterbrochene Jahresproduktion von 110 Milliarden Kubikmetern auszugleichen, teilten Analysten von ING mit. Die einzige Lösung sei kurzfristig, den Markt durch eine Drosselung der Nachfrage auszugleichen. Selbst bei einer langsamen Wiederaufnahme der Produktion sei erst im dritten Quartal mit einer Rückkehr zu annähernd normalen Liefermengen zu rechnen.
Der Preisanstieg spiegele zwar die Sorge vor einer Angebotsverknappung wider, deute aber nicht auf Panikkäufe hin, konstatierten die Analysten von UniCredit. Die aktuelle Lage für Europa sei nicht so dramatisch wie während des Ukraine-Konflikts. Sollte die Straße von Hormus jedoch über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben, könnte der TTF-Preis auf 90 bis 100 Euro je Megawattstunde ansteigen.
Die Europäische Union will die Auswirkungen der steigenden Energiepreise abfedern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen legte am Montag Pläne vor, die auf mehr verfügbare Emissionszertifikate und Finanzhilfen für die Industrie abzielen. Eine Deckelung der Gaspreise schloss sie jedoch aus.
Der Gasspeicher-Verband INES warnt unterdessen vor Schwierigkeiten bei der Wiederbefüllung der Speicher für den kommenden Winter. Grund für den trüben Ausblick ist, dass Gas für den kommenden Winter derzeit günstiger ist als für den Sommer. Dieser sogenannte negative Sommer-Winter-Spread hebele die Anreize zur Einspeicherung vollständig aus.
(Bericht von Nina Chestney, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)