03.03.26
18:54
Reuters
| * | Steigende Ölpreise beflügeln Dollar und drücken Euro | |
| * | Auch Edelmetalle und Staatsanleihen notieren schwächer | |
| * | Reisewerte setzen Talfahrt fort - Tech-Sektor im Minus | |
(Neu: Devisen, Edelmetalle, Staatsanleihen, Reisewerte, IT-Werte, Target)
| Frankfurt, 03. Mrz (Reuters) - Der sich ausweitende |
| Nahost-Konflikt und Inflationsängste wegen weiter steigender |
| Energiepreise haben die Stimmung der US-Anleger am Dienstag |
| eingetrübt. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte und der |
| breiter gefasste S&P 500(.SPX) notierten jeweils gut ein Prozent |
| tiefer bei 48.356 und 6797 Punkten. Der Index der |
| Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) verlor rund 1,5 Prozent auf |
| 22.440 Zähler. Zum Wochenstart hatten sich die US-Börsen |
| überwiegend stabil gezeigt - der Nasdaq rückte sogar leicht vor. |
"Anleger sorgen sich über zusätzlichen Inflationsdruck in den kommenden Monaten. Die größte Befürchtung ist, dass der Ölpreis über 100 Dollar je Barrel steigt und sich dort festsetzt", sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich um bis zu 9,5 Prozent, bevor sie sich bei einem Plus von rund 5,5 Prozent einpendelten. Mit 82,01 und 75,15 Dollar je Fass (159 Liter) lagen die Preise auf dem höchsten Stand seit Juni beziehungsweise Januar 2025. "Hoffentlich wird es ein kurzer Krieg. Aber es gibt noch viele offene Fragen, deshalb würde ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagte Pavlik.
Chuck Carlson, Konzernchef des Anlageberaters Horizon, äußerte sich ähnlich: "Es verdichten sich die Anzeichen, dass der Iran-Krieg länger dauern könnte als noch vor 24 Stunden angenommen, weil er sich ausweitet und nun potenziell auch die Energieinfrastruktur trifft." Experten verwiesen auf die Angst der Anleger vor einer Ölknappheit infolge der Sperrung der Straße von Hormus. Je länger die strategisch wichtige Meerenge blockiert ist, desto teurer könnte Öl werden.
Der anhaltende Anstieg der Preise trieb den Dollar-Index(.DXY) um knapp ein Prozent auf ein Anderthalb-Monats-Hoch, während der Euro(EUR=) in ähnlichem Umfang auf ein Drei-Monats-Tief sank. Europa und Japan sind laut Experten als große Energieimporteure stärker von den gestiegenen Ölpreisen betroffen als die USA. "Wenn die Energiepreise aber sprunghaft steigen, belastet das die Weltwirtschaft erheblich und verursacht auch anderswo Verwerfungen. Genau das erleben wir heute", sagte Kathleen Brooks, Chefanalystin beim Broker XTB.
Steil nach unten ging es auch für Gold(XAU=) und Silber(XAG=). Leicht im Minus lag ebenfalls der Kurs zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=RR), was die Rendite nach oben hievte. "Normalerweise sehen wir in nervösen Marktphasen eine Rotation: Kapital wandert aus risikoreicheren Anlagen wie Aktien in vermeintlich sichere Häfen wie Staatsanleihen oder Gold", kommentierte Salah-Eddine Bouhmidi, Experte vom Broker IG. "Doch heute fehlt genau diese Bewegung. Es geht nicht mehr um relative Attraktivität einzelner Anlageklassen, sondern um absolute Risikoreduktion."
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgten unter anderem die Aktien des Datenbank-Spezialisten MongoDB(MDB.O), die nach einer pessimistischen Prognose um fast 20 Prozent einbrachen.
Titel aus dem Reise- und Luftfahrtsektor setzten unterdessen ihre Talfahrt fort: Fluggesellschaften wie American Airlines(AAL.O), Southwest Airlines(LUV.N) und United Airlines(UAL.O) büßten jeweils rund 1,5 Prozent ein. Die Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line(NCLH.N) und Carnival(CCL.N) verloren je rund 3,5 Prozent.
Die schlechte Stimmung belastete auch den Technologiesektor, was den S&P-500-Index der IT-Werte(.SPLRCT) um rund 1,5 Prozent nach unten drückte.
Um rund 5,5 Prozent nach oben ging es hingegen für den zuletzt angeschlagenen Einzelhändler Target(TGT.N). Der neue Konzernchef Michael Fiddelke will mit Filialerweiterungen und schnelleren Lieferungen den seit drei Jahren rückläufigen Umsatz wieder ankurbeln.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
03.03.26
18:54
Reuters
Frankfurt, 03. Mrz (Reuters) - Der sich ausweitende Nahost-Konflikt und Inflationsängste wegen weiter steigender Energiepreise haben die Stimmung der US-Anleger am Dienstag eingetrübt. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500(.SPX) notierten jeweils gut ein Prozent tiefer bei 48.356 und 6797 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) verlor rund 1,5 Prozent auf 22.440 Zähler. Zum Wochenstart hatten sich die US-Börsen überwiegend stabil gezeigt - der Nasdaq rückte sogar leicht vor.
"Anleger sorgen sich über zusätzlichen Inflationsdruck in den kommenden Monaten. Die größte Befürchtung ist, dass der Ölpreis über 100 Dollar je Barrel steigt und sich dort festsetzt", sagte Robert Pavlik, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Dakota Wealth. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich um bis zu 9,5 Prozent, bevor sie sich bei einem Plus von rund 5,5 Prozent einpendelten. Mit 82,01 und 75,15 Dollar je Fass (159 Liter) lagen die Preise auf dem höchsten Stand seit Juni beziehungsweise Januar 2025. "Hoffentlich wird es ein kurzer Krieg. Aber es gibt noch viele offene Fragen, deshalb würde ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagte Pavlik.
Chuck Carlson, Konzernchef des Anlageberaters Horizon, äußerte sich ähnlich: "Es verdichten sich die Anzeichen, dass der Iran-Krieg länger dauern könnte als noch vor 24 Stunden angenommen, weil er sich ausweitet und nun potenziell auch die Energieinfrastruktur trifft." Experten verwiesen auf die Angst der Anleger vor einer Ölknappheit infolge der Sperrung der Straße von Hormus. Je länger die strategisch wichtige Meerenge blockiert ist, desto teurer könnte Öl werden.
Der anhaltende Anstieg der Preise trieb den Dollar-Index(.DXY) um knapp ein Prozent auf ein Anderthalb-Monats-Hoch, während der Euro(EUR=) in ähnlichem Umfang auf ein Drei-Monats-Tief sank. Europa und Japan sind laut Experten als große Energieimporteure stärker von den gestiegenen Ölpreisen betroffen als die USA. "Wenn die Energiepreise aber sprunghaft steigen, belastet das die Weltwirtschaft erheblich und verursacht auch anderswo Verwerfungen. Genau das erleben wir heute", sagte Kathleen Brooks, Chefanalystin beim Broker XTB.
Steil nach unten ging es auch für Gold(XAU=) und Silber(XAG=). Leicht im Minus lag ebenfalls der Kurs zehnjähriger US-Staatsanleihen(US10YT=RR), was die Rendite nach oben hievte. "Normalerweise sehen wir in nervösen Marktphasen eine Rotation: Kapital wandert aus risikoreicheren Anlagen wie Aktien in vermeintlich sichere Häfen wie Staatsanleihen oder Gold", kommentierte Salah-Eddine Bouhmidi, Experte vom Broker IG. "Doch heute fehlt genau diese Bewegung. Es geht nicht mehr um relative Attraktivität einzelner Anlageklassen, sondern um absolute Risikoreduktion."
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgten unter anderem die Aktien des Datenbank-Spezialisten MongoDB(MDB.O), die nach einer pessimistischen Prognose um fast 20 Prozent einbrachen.
Titel aus dem Reise- und Luftfahrtsektor setzten unterdessen ihre Talfahrt fort: Fluggesellschaften wie American Airlines(AAL.O), Southwest Airlines(LUV.N) und United Airlines(UAL.O) büßten jeweils rund 1,5 Prozent ein. Die Kreuzfahrtanbieter Norwegian Cruise Line(NCLH.N) und Carnival(CCL.N) verloren je rund 3,5 Prozent.
Die schlechte Stimmung belastete auch den Technologiesektor, was den S&P-500-Index der IT-Werte(.SPLRCT) um rund 1,5 Prozent nach unten drückte.
Um rund 5,5 Prozent nach oben ging es hingegen für den zuletzt angeschlagenen Einzelhändler Target(TGT.N). Der neue Konzernchef Michael Fiddelke will mit Filialerweiterungen und schnelleren Lieferungen den seit drei Jahren rückläufigen Umsatz wieder ankurbeln.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)