09.02.26
08:59
Reuters
Frankfurt, 09. Feb (Reuters) - Anleger haben Roche(ROG.S) am Montag trotz eines weiteren Studienerfolgs mit dem Hoffnungsträger Fenebrutinib zur Behandlung von Multipler Sklerose die kalte Schulter gezeigt. Die Aktie des Pharmakonzerns gab am Vormittag um 1,9 Prozent nach und war damit der größte Verlierer im Schweizer Leitindex SMI. Analysten reagierten verhalten auf die am Wochenende vorgelegten Forschungsdaten. Die Experten von Jefferies äußerten Zweifel, ob Fenebrutinib eine Zulassung für Multiple Sklerose erhalten wird. In der präsentierten Studie habe das Medikament nicht klar besser abgeschnitten als die Standardtherapie, zudem gebe es Hinweise auf leberbedingte Nebenwirkungen. Schätzungen für einen Spitzenumsatz von rund drei Milliarden Franken seien daher zu optimistisch.
Die Experten von Barclays bezeichneten die Daten zwar als "etwas besser als erwartet", warnten jedoch ebenfalls, dass mögliche Leberrisiken "ein Streitpunkt bleiben" dürften. Für die seltenere primär progrediente MS-Form (PPMS) könne Fenebrutinib mit entsprechender Überwachung der Leberwerte dennoch zulassungsfähig sein. In der Phase-III-Studie senkte Fenebrutinib das Risiko einer fortschreitenden Behinderung bei PPMS um zwölf Prozent im Vergleich zu Ocrevus. Das Mittel stammt ebenfalls von Roche und ist die bislang einzige zugelassene Therapie für diese Verlaufsform. "Fenebrutinib stellt den ersten potenziellen wissenschaftlichen Durchbruch für die PPMS-Gemeinschaft seit über einem Jahrzehnt dar", hatte Roche-Medizinchef Levi Garraway erklärt.
Den Studiendaten zufolge wurden in der Fenebrutinib-Gruppe jedoch mit 13,3 Prozent deutlich häufiger vorübergehende Erhöhungen der Leberenzymwerte beobachtet als in der Ocrevus-Gruppe mit 2,9 Prozent. Roche plant, die Zulassung für Fenebrutinib zu beantragen, sobald die Ergebnisse einer weiteren Studie vorliegen. Dies wird für das erste Halbjahr 2026 erwartet. Bereits im November hatte Roche positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS präsentiert.
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
Frankfurt, 09. Feb (Reuters) - Anleger haben Roche(ROG.S) am Montag trotz eines weiteren Studienerfolgs mit dem Hoffnungsträger Fenebrutinib zur Behandlung von Multipler Sklerose die kalte Schulter gezeigt. Die Aktie des Pharmakonzerns gab am Vormittag um 1,9 Prozent nach und war damit der größte Verlierer im Schweizer Leitindex SMI. Analysten reagierten verhalten auf die am Wochenende vorgelegten Forschungsdaten. Die Experten von Jefferies äußerten Zweifel, ob Fenebrutinib eine Zulassung für Multiple Sklerose erhalten wird. In der präsentierten Studie habe das Medikament nicht klar besser abgeschnitten als die Standardtherapie, zudem gebe es Hinweise auf leberbedingte Nebenwirkungen. Schätzungen für einen Spitzenumsatz von rund drei Milliarden Franken seien daher zu optimistisch.
Die Experten von Barclays bezeichneten die Daten zwar als "etwas besser als erwartet", warnten jedoch ebenfalls, dass mögliche Leberrisiken "ein Streitpunkt bleiben" dürften. Für die seltenere primär progrediente MS-Form (PPMS) könne Fenebrutinib mit entsprechender Überwachung der Leberwerte dennoch zulassungsfähig sein. In der Phase-III-Studie senkte Fenebrutinib das Risiko einer fortschreitenden Behinderung bei PPMS um zwölf Prozent im Vergleich zu Ocrevus. Das Mittel stammt ebenfalls von Roche und ist die bislang einzige zugelassene Therapie für diese Verlaufsform. "Fenebrutinib stellt den ersten potenziellen wissenschaftlichen Durchbruch für die PPMS-Gemeinschaft seit über einem Jahrzehnt dar", hatte Roche-Medizinchef Levi Garraway erklärt.
Den Studiendaten zufolge wurden in der Fenebrutinib-Gruppe jedoch mit 13,3 Prozent deutlich häufiger vorübergehende Erhöhungen der Leberenzymwerte beobachtet als in der Ocrevus-Gruppe mit 2,9 Prozent. Roche plant, die Zulassung für Fenebrutinib zu beantragen, sobald die Ergebnisse einer weiteren Studie vorliegen. Dies wird für das erste Halbjahr 2026 erwartet. Bereits im November hatte Roche positive Phase-III-Daten bei schubförmiger MS präsentiert.
(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)