05.02.26
11:16
Reuters
Frankfurt, 05. Feb (Reuters) - Die Stimmung im weltweiten Technologiesektor bleibt nach der jüngsten Verkaufswelle an den Börsen angeschlagen. Europäische Branchentitel setzten am Donnerstag zwar zu einer Gegenbewegung an. Analysten rechnen aber mit weiterem Gegenwind. "Der Ausverkauf, der wohl im letzten Quartal begonnen hat, ist Ausdruck eines Erwachens gegenüber der disruptiven Kraft der KI", sagte James St. Aubin, Investmentstratege bei Ocean Park Asset Management. "Vielleicht ist dies eine Überreaktion, aber die Bedrohung ist real und die Bewertungen müssen dem Rechnung tragen." Anleger sehen die Geschäftsmodelle klassischer Software- und Datenunternehmen durch den rasanten Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend bedroht. Beschleunigt wurde die Talfahrt durch die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, das ein Sprachmodell für juristische Aufgaben anbietet.
Der S&P 500 Software- und Dienstleistungsindex ist allein innerhalb der vergangenen Woche um mehr als 13 Prozent eingebrochen. Damit wurden insgesamt mehr als 800 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung bei Unternehmen wie Intuit(INTU.O), ServiceNow(NOW.N) oder Oracle(ORCL.N) ausradiert. Auch europäische Werte mussten Federn lassen. Aktien des Walldorfer Softwareriesen SAP(SAPG.DE) standen am Donnerstag mit einem Aufschlag von mehr als drei Prozent zwar an der Dax-Spitze, haben aber binnen einer Woche mehr als zehn Prozent verloren. Die Aktien von LSEG(LSEG.L) und RELX(REL.L) standen auf Wochensicht immer noch je rund neun Prozent im Minus.
Die kräftigen Rücksetzer fallen in eine Zeit einer allgemeinen Rotation an den Börsen: Anleger wenden sich ab von Tech-Aktien, die die US-Rally im vergangenen Jahr fast im Alleingang getragen haben, und schichten in Sektoren wie Basiskonsumgüter, Energie und Industrie um. "Der richtige Grund, diese teuren Unternehmen zu verkaufen, ist, dass es andere Möglichkeiten in Bereichen gibt, die besser bewertet sind und mehr Spielraum haben, und nicht, weil man in Panik vor einem Absturz der Software- und Tech-Unternehmen ist", sagte Jim Masturzo, Investmentmanager bei Research Affiliates.
(Bericht von Lewis Krauskopf und Suzanne McGee, geschrieben von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
05.02.26
11:16
Reuters
Frankfurt, 05. Feb (Reuters) - Die Stimmung im weltweiten Technologiesektor bleibt nach der jüngsten Verkaufswelle an den Börsen angeschlagen. Europäische Branchentitel setzten am Donnerstag zwar zu einer Gegenbewegung an. Analysten rechnen aber mit weiterem Gegenwind. "Der Ausverkauf, der wohl im letzten Quartal begonnen hat, ist Ausdruck eines Erwachens gegenüber der disruptiven Kraft der KI", sagte James St. Aubin, Investmentstratege bei Ocean Park Asset Management. "Vielleicht ist dies eine Überreaktion, aber die Bedrohung ist real und die Bewertungen müssen dem Rechnung tragen." Anleger sehen die Geschäftsmodelle klassischer Software- und Datenunternehmen durch den rasanten Siegeszug der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend bedroht. Beschleunigt wurde die Talfahrt durch die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, das ein Sprachmodell für juristische Aufgaben anbietet.
Die kräftigen Rücksetzer fallen in eine Zeit einer allgemeinen Rotation an den Börsen: Anleger wenden sich ab von Tech-Aktien, die die US-Rally im vergangenen Jahr fast im Alleingang getragen haben, und schichten in Sektoren wie Basiskonsumgüter, Energie und Industrie um. "Der richtige Grund, diese teuren Unternehmen zu verkaufen, ist, dass es andere Möglichkeiten in Bereichen gibt, die besser bewertet sind und mehr Spielraum haben, und nicht, weil man in Panik vor einem Absturz der Software- und Tech-Unternehmen ist", sagte Jim Masturzo, Investmentmanager bei Research Affiliates.
(Bericht von Lewis Krauskopf und Suzanne McGee, geschrieben von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)