04.02.26
11:27
Reuters
Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Signale auf eine mögliche Abschwächung des Emissionshandels in der EU drücken Börsianern zufolge die Aktien von Zementherstellern. Die Anteilsscheine des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials(HEIG.DE) rutschen rund sieben Prozent und halten damit die rote Laterne im Dax. Die Titel von Holcim(HOLN.S) geben mehr als fünf Prozent nach. Hintergrund sind einem Händler zufolge Spekulationen über eine Aufweichung von EU-Regeln. "Das ist für energieintensive Industrien gut, wenn die Kosten fallen." Für Heidelberg Materials wäre dies dagegen nachteilig, da das Unternehmen seinen nahezu CO2-freien Zement weniger stark als Wettbewerbsvorteil ausspielen könnte.
Auch die Analysten von JP Morgan verwiesen auf Berichte, denen zufolge die EU-Kommission beabsichtigt, das Europäische Emissionshandelssystem für den Energie- und Industriesektor deutlich zu verwässern. Allerdings gebe es Hinweise, dass die EU-Kommission die zeitliche Staffelung der Emissionssenkungen nicht kurzfristig, sondern erst nach 2030 anpassen möchte. In naher Zukunft seien für den europäischen Zementsektor daher keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten. "Wir halten dies nicht für einen Game Changer, und falls der Sektor heute unter Druck geraten sollte, würden wir empfehlen, Schwächephasen zum Kauf zu nutzen", konstatieren die Experten.
Im Gegenzug sorgen die Spekulationen über eine Abschwächung des Klimaschutzinstruments für Rückenwind bei energieintensiven Branchen wie dem Chemiesektor. Die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag(BNRGn.DE) verteuern sich zur Wochenmitte um sechs Prozent und sind damit stärkster Dax-Wert. Die Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF(BASFn.DE) ziehen mehr als vier Prozent an.
Mit dem europäischen CO2-Handelssystem legt die EU einen preisgebundenen Deckel für Treibhausgasemissionen fest. Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat vorweisen. Die Gesamtmenge der Zertifikate sinkt jährlich. Ab 2026 wird die EU den bestehenden Emissionshandel (ETS1) umfassend überprüfen und reformieren. Der ETS1 hat nach
Angaben des EU-Parlamentsdienstes seine Ziele bisher erfüllt: Die Emissionen der erfassten Sektoren wurden den Angaben zufolge bis 2024 um die Hälfte gegenüber 2005 gesenkt.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
04.02.26
11:27
Reuters
Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Signale auf eine mögliche Abschwächung des Emissionshandels in der EU drücken Börsianern zufolge die Aktien von Zementherstellern. Die Anteilsscheine des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials(HEIG.DE) rutschen rund sieben Prozent und halten damit die rote Laterne im Dax. Die Titel von Holcim(HOLN.S) geben mehr als fünf Prozent nach. Hintergrund sind einem Händler zufolge Spekulationen über eine Aufweichung von EU-Regeln. "Das ist für energieintensive Industrien gut, wenn die Kosten fallen." Für Heidelberg Materials wäre dies dagegen nachteilig, da das Unternehmen seinen nahezu CO2-freien Zement weniger stark als Wettbewerbsvorteil ausspielen könnte.
Auch die Analysten von JP Morgan verwiesen auf Berichte, denen zufolge die EU-Kommission beabsichtigt, das Europäische Emissionshandelssystem für den Energie- und Industriesektor deutlich zu verwässern. Allerdings gebe es Hinweise, dass die EU-Kommission die zeitliche Staffelung der Emissionssenkungen nicht kurzfristig, sondern erst nach 2030 anpassen möchte. In naher Zukunft seien für den europäischen Zementsektor daher keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten. "Wir halten dies nicht für einen Game Changer, und falls der Sektor heute unter Druck geraten sollte, würden wir empfehlen, Schwächephasen zum Kauf zu nutzen", konstatieren die Experten.
Im Gegenzug sorgen die Spekulationen über eine Abschwächung des Klimaschutzinstruments für Rückenwind bei energieintensiven Branchen wie dem Chemiesektor. Die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag(BNRGn.DE) verteuern sich zur Wochenmitte um sechs Prozent und sind damit stärkster Dax-Wert. Die Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF(BASFn.DE) ziehen mehr als vier Prozent an.
Mit dem europäischen CO2-Handelssystem legt die EU einen preisgebundenen Deckel für Treibhausgasemissionen fest. Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat vorweisen. Die Gesamtmenge der Zertifikate sinkt jährlich. Ab 2026 wird die EU den bestehenden Emissionshandel (ETS1) umfassend überprüfen und reformieren. Der ETS1 hat nach Angaben des EU-Parlamentsdienstes seine Ziele bisher erfüllt: Die Emissionen der erfassten Sektoren wurden den Angaben zufolge bis 2024 um die Hälfte gegenüber 2005 gesenkt.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)