03.02.26
17:49
Reuters
London/Mailand, 03. Feb (Reuters) - Sorgen über die rasanten Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) haben am Dienstag einen Ausverkauf bei Datenanalyse- und Softwareaktien ausgelöst. Als Auslöser nannten Händler und Analysten die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, mit dem sich das Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. Die Titel des kanadischen Medienkonzerns Thomson Reuters(TRI.TO), zu dem neben der Nachrichtenagentur Reuters auch die juristische Datenbank Westlaw gehört, rutschten um mehr als 20 Prozent ab. Der britische Jura-Analysedienst RELX(REL.L) und sein niederländischer Rivale Wolters Kluwer(WLSNc.AS) büßten rund 14 und 13 Prozent ein.
Unter die Räder gerieten auch Softwareunternehmen. In den USA fielen die Kurse von Microsoft(MSFT.O), Oracle(ORCL.N), Salesforce(CRM.N), ServiceNow(NOW.N) und Adobe(ADBE.O) um zwei bis fünf Prozent. Weitere Dienstleister wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen: In London bröckelten die Aktien des Datenanbieters Experian(EXPN.L), des Börsenbetreibers LSEG(LSEG.L) und des Bildungsverlags Pearson(PSON.L) um vier bis zehn Prozent ab. Der Werbespezialist Publicis(PUBP.PA) verlor an der Börse in Paris mehr als neun Prozent. "Künstliche Intelligenz ist zunehmend in der Lage, genau die Art von programmier- und wissensbasierten Dienstleistungen zu übernehmen, auf denen diese Geschäftsmodelle beruhen", sagte Giuseppe Sersale, Fondsmanager bei Anthilia Capital Partners.
Auch die Papiere des deutschen Softwareriesen SAP(SAPG.DE), der noch vor weniger als einem Jahr das wertvollste Unternehmen Europas war, gerieten unter die Räder und gaben 4,9 Prozent nach. Vergangene Woche war die Aktie um mehr als 16 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern eine pessimistische Prognose für Umsätze in der wichtigen Cloud-Sparte abgegeben hatte. "Softwareunternehmen galten eigentlich als Gewinner des KI-Booms", sagte Lars Skovgaard, Stratege bei der Danske Bank. "Aber plötzlich kommt die Sorge auf, ob sich die Investitionen überhaupt wieder einspielen - und ob man nicht von neuen Entwicklungen überholt wird."
(Bericht von Samuel Indyk und Danilo Masoni, geschrieben von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
03.02.26
17:49
Reuters
London/Mailand, 03. Feb (Reuters) - Sorgen über die rasanten Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) haben am Dienstag einen Ausverkauf bei Datenanalyse- und Softwareaktien ausgelöst. Als Auslöser nannten Händler und Analysten die Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, mit dem sich das Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. Die Titel des kanadischen Medienkonzerns Thomson Reuters(TRI.TO), zu dem neben der Nachrichtenagentur Reuters auch die juristische Datenbank Westlaw gehört, rutschten um mehr als 20 Prozent ab. Der britische Jura-Analysedienst RELX(REL.L) und sein niederländischer Rivale Wolters Kluwer(WLSNc.AS) büßten rund 14 und 13 Prozent ein. Unter die Räder gerieten auch Softwareunternehmen. In den USA fielen die Kurse von Microsoft(MSFT.O), Oracle(ORCL.N), Salesforce(CRM.N), ServiceNow(NOW.N) und Adobe(ADBE.O) um zwei bis fünf Prozent. Weitere Dienstleister wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen: In London bröckelten die Aktien des Datenanbieters Experian(EXPN.L), des Börsenbetreibers LSEG(LSEG.L) und des Bildungsverlags Pearson(PSON.L) um vier bis zehn Prozent ab. Der Werbespezialist Publicis(PUBP.PA) verlor an der Börse in Paris mehr als neun Prozent. "Künstliche Intelligenz ist zunehmend in der Lage, genau die Art von programmier- und wissensbasierten Dienstleistungen zu übernehmen, auf denen diese Geschäftsmodelle beruhen", sagte Giuseppe Sersale, Fondsmanager bei Anthilia Capital Partners. Auch die Papiere des deutschen Softwareriesen SAP(SAPG.DE), der noch vor weniger als einem Jahr das wertvollste Unternehmen Europas war, gerieten unter die Räder und gaben 4,9 Prozent nach. Vergangene Woche war die Aktie um mehr als 16 Prozent eingebrochen, nachdem der Konzern eine pessimistische Prognose für Umsätze in der wichtigen Cloud-Sparte abgegeben hatte. "Softwareunternehmen galten eigentlich als Gewinner des KI-Booms", sagte Lars Skovgaard, Stratege bei der Danske Bank. "Aber plötzlich kommt die Sorge auf, ob sich die Investitionen überhaupt wieder einspielen - und ob man nicht von neuen Entwicklungen überholt wird."
(Bericht von Samuel Indyk und Danilo Masoni, geschrieben von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)