23.01.26
19:03
Reuters
*
| Intel enttäuscht mit Prognose |
*
| Warten auf weitere Tech-Bilanzen in der neuen Woche |
*
| Anstehender Fed-Entscheid sorgt für Zurückhaltung |
*
| Anleger fürchten weitere geopolitische Krisen |
| (Neu: Metalle, Öl) |
| Frankfurt, 23. Jan (Reuters) - Eine maue Prognose von |
| Intel(INTC.O) und die Erwartung des baldigen US-Zinsentscheids |
| machen die US-Anleger zum Wochenschluss nervös. Der |
| Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Freitag fast |
| ein Prozent tiefer bei 49.005 Punkten. Der breiter gefasste S&P |
| 500 gab leicht nach und lag bei 6904 Zählern. Der Index |
| der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) rückte um 0,2 Prozent auf |
| 23.480 Stellen vor. |
Nach unten zog die US-Börsenbarometer unter anderem Intel(INTC.O). Die Aktien des kriselnden Konzerns fielen nach einem negativ aufgenommenen Ausblick um fast 14 Prozent. Der US-Index der Halbleiterbranche(.SOX) gab in Intels Sog knapp zwei Prozent nach. "Einige der KI-Aktien sind deutlich überbewertet und werden bald mehr liefern müssen als bloße Hoffnung - nämlich konkrete Pläne", sagte Joe Saluzzi vom Broker Themis Trading.
Gefragt waren hingegen die Titel des Intel-Rivalen Nvidia, die um rund zwei Prozent zulegten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg haben chinesische Behörden den Unternehmen Alibaba(9988.HK), Tencent(0700.HK) und ByteDance mitgeteilt, dass sie Bestellungen für Nvidias KI-Chips vom Typ H200 vorbereiten können. Reuters hatte im Dezember berichtet, dass Nvidia die Lieferung des zweitstärksten KI-Chips vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar anstrebt.
In den Fokus der Anleger rücken nun die Zahlen einiger der als "Magnificent Seven" bekannten wichtigsten US-Technologieunternehmen. Einen Blick in ihre Bücher gewähren in der kommenden Woche Microsoft(MSFT.O), Meta(META.O), Tesla(TSLA.O) und Apple(AAPL.O). "Der S&P 500 ist sehr hoch bewertet, angeführt von den 'Magnificent Seven'", sagte Experte Saluzzi. "Es reicht mittlerweile nicht mehr, wenn sie die Markterwartungen nur erfüllen."
Zudem blieben die Anleger wegen der in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vorsichtig. Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed bei der nächsten Zinsentscheidung am Mittwoch ihre Lockerungspolitik fortsetzen wird. Die Börsianer hoffen aber auf neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden.
Die Anleger blickten zugleich auf eine turbulente Handelswoche zurück, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Zöllen für acht europäische Länder gedroht hatte, sollten die USA Grönland nicht kaufen können. Die Lage entspannte sich erst, als Trump nach Gesprächen am Rande des Weltwirtschaftsforums einlenkte und auf ein Rahmenabkommen mit der Nato verwies. Darin hat er sich nach eigenen Angaben den dauerhaften und uneingeschränkten Zugang der USA zu Grönland gesichert. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, es habe keine Verhandlungen mit der Nato über die Souveränität Grönlands gegeben. Die Anleger vermuten offenbar, dass es sich nur um eine vorübergehende Atempause handele und mit weiteren transatlantischen Krisen zu rechnen sei, prognostizierten die Strategen von Atlantic Council.
Anhaltende geopolitische Ängste spiegelten sich vor allem in den Edelmetallpreisen wider. Der Silberpreis(XAG=) übersprang erstmals in der Geschichte die 100-Dollar-Marke. Ein Rekordhoch erreichte auch Gold(XAU=), das in der Spitze um 1,1 Prozent auf 4988,17 Dollar stieg und sich der ebenfalls historischen 5000-Dollar-Marke näherte. Gefragt waren zudem Palladium(XPD=) und Platin(XPT=) mit einem Plus von jeweils rund vier Prozent. Das Vertrauen in die USA und deren Vermögenswerte sei erschüttert und das treibe das Kapital in Edelmetalle, sagt Kyle Rodda, leitender Marktanalyst bei Capital.com.
Am Ölmarkt zogen die Preise an, da Trump den Iran erneut vor Hinrichtungen von Regierungsgegnern warnte. Dies schürte die Sorge vor militärischen Interventionen, die die Rohölversorgung beeinträchtigen könnten. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent auf 65,82 und 61,00 Dollar je Fass (159 Liter).
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
23.01.26
19:03
Reuters
Frankfurt, 23. Jan (Reuters) - Eine maue Prognose von Intel(INTC.O) und die Erwartung des baldigen US-Zinsentscheids machen die US-Anleger zum Wochenschluss nervös. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Freitag fast ein Prozent tiefer bei 49.005 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab leicht nach und lag bei 6904 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) rückte um 0,2 Prozent auf 23.480 Stellen vor.
Nach unten zog die US-Börsenbarometer unter anderem Intel(INTC.O). Die Aktien des kriselnden Konzerns fielen nach einem negativ aufgenommenen Ausblick um fast 14 Prozent. Der US-Index der Halbleiterbranche(.SOX) gab in Intels Sog knapp zwei Prozent nach. "Einige der KI-Aktien sind deutlich überbewertet und werden bald mehr liefern müssen als bloße Hoffnung - nämlich konkrete Pläne", sagte Joe Saluzzi vom Broker Themis Trading.
Gefragt waren hingegen die Titel des Intel-Rivalen Nvidia, die um rund zwei Prozent zulegten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg haben chinesische Behörden den Unternehmen Alibaba(9988.HK), Tencent(0700.HK) und ByteDance mitgeteilt, dass sie Bestellungen für Nvidias KI-Chips vom Typ H200 vorbereiten können. Reuters hatte im Dezember berichtet, dass Nvidia die Lieferung des zweitstärksten KI-Chips vor dem chinesischen Neujahrsfest Mitte Februar anstrebt.
In den Fokus der Anleger rücken nun die Zahlen einiger der als "Magnificent Seven" bekannten wichtigsten US-Technologieunternehmen. Einen Blick in ihre Bücher gewähren in der kommenden Woche Microsoft(MSFT.O), Meta(META.O), Tesla(TSLA.O) und Apple(AAPL.O). "Der S&P 500 ist sehr hoch bewertet, angeführt von den 'Magnificent Seven'", sagte Experte Saluzzi. "Es reicht mittlerweile nicht mehr, wenn sie die Markterwartungen nur erfüllen."
Zudem blieben die Anleger wegen der in der kommenden Woche anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vorsichtig. Analysten rechnen zwar nicht damit, dass die Fed bei der nächsten Zinsentscheidung am Mittwoch ihre Lockerungspolitik fortsetzen wird. Die Börsianer hoffen aber auf neue Hinweise darauf, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten agieren werden.
Die Anleger blickten zugleich auf eine turbulente Handelswoche zurück, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Zöllen für acht europäische Länder gedroht hatte, sollten die USA Grönland nicht kaufen können. Die Lage entspannte sich erst, als Trump nach Gesprächen am Rande des Weltwirtschaftsforums einlenkte und auf ein Rahmenabkommen mit der Nato verwies. Darin hat er sich nach eigenen Angaben den dauerhaften und uneingeschränkten Zugang der USA zu Grönland gesichert. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, es habe keine Verhandlungen mit der Nato über die Souveränität Grönlands gegeben. Die Anleger vermuten offenbar, dass es sich nur um eine vorübergehende Atempause handele und mit weiteren transatlantischen Krisen zu rechnen sei, prognostizierten die Strategen von Atlantic Council.
Anhaltende geopolitische Ängste spiegelten sich vor allem in den Edelmetallpreisen wider. Der Silberpreis(XAG=) übersprang erstmals in der Geschichte die 100-Dollar-Marke. Ein Rekordhoch erreichte auch Gold(XAU=), das in der Spitze um 1,1 Prozent auf 4988,17 Dollar stieg und sich der ebenfalls historischen 5000-Dollar-Marke näherte. Gefragt waren zudem Palladium(XPD=) und Platin(XPT=) mit einem Plus von jeweils rund vier Prozent. Das Vertrauen in die USA und deren Vermögenswerte sei erschüttert und das treibe das Kapital in Edelmetalle, sagt Kyle Rodda, leitender Marktanalyst bei Capital.com.
Am Ölmarkt zogen die Preise an, da Trump den Iran erneut vor Hinrichtungen von Regierungsgegnern warnte. Dies schürte die Sorge vor militärischen Interventionen, die die Rohölversorgung beeinträchtigen könnten. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent auf 65,82 und 61,00 Dollar je Fass (159 Liter).
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)