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30.12.25

21:37

Reuters

FOKUS 3-US-Börsen schließen schwächer - Silber legt wieder zu

  • Mögliche KI-Blase und geopolitische Spannungen im Blick

  • Silber und Platin nehmen Rally wieder auf

(Neu: Schlusskurse, Meta)


New York, 30. Dez (Reuters) - Das Rätselraten über die weitere Entwicklung des teils hoch bewerteten Technologiesektors hat die Wall Street auch am Dienstag ausgebremst. Der Dow-Jones-Index (.DJI) der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer mit 48.367 Punkten. Auch die Technologiebörse Nasdaq (.IXIC) verlor 0,2 Prozent auf 23.419 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,1 Prozent auf 6896 Stellen nach.

"Je näher das Jahresende rückt, desto stärker stehen Anleger vor einem Dilemma: Sollte dies das Jahr sein, in dem Künstliche Intelligenz (KI) den Durchbruch schafft? Wird der US-Aktienmarkt dann erneut überdurchschnittlich abschneiden?", sagte Kathleen Brooks, Direktorin beim Broker XTB. "Falls die Antwort ja lautet, könnte die zum Jahresende verbreitete Lethargie Anfang 2026 einem Aufholprozess bei den US-Aktienindizes weichen."

Viele Ökonomen und Strategen rechnen für 2026 noch mit einem anhaltenden KI-Boom und weiter steigenden Aktienmärkten. Doch die Unsicherheit, ob bereits ein Blasenniveau erreicht ist, dürfte die Anleger vermehrt umtreiben.

Die Veröffentlichung der Protokolle der US-Notenbank von der Zinssitzung Anfang Dezember hatte kaum Auswirkungen auf die Kurse. Die Fed hatte damals die Zinsen gesenkt und nur eine weitere Senkung für 2026 in Aussicht gestellt - während Händler mindestens zwei einpreisen. Aus den Mitschriften ging hervor, das selbst einige der Befürworter der Zinssenkung bei der Fed eingeräumt haben, dass sie angesichts verschiedener Risiken für die US-Wirtschaft die Zinsen auch hätten unverändert belassen können. Während die meisten Teilnehmer die Senkung letztlich unterstützten, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren, äußerten andere, dass die Fortschritte auf dem Weg zur Senkung des Inflationsziels auf zwei Prozent ins Stocken geraten seien.

Am Mittwoch folgen die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe. Experten verweisen jedoch auf Schwierigkeiten bei der saisonalen Bereinigung wöchentlicher Daten rund um die Feiertage.

Zugleich sorgen geopolitische Spannungen für Zurückhaltung. Russland hat der Ukraine einen versuchten Angriff auf eine Residenz von Präsident Wladimir Putin vorgeworfen und eine Änderung seiner Position bei den Gesprächen über ein Friedensabkommen angekündigt. Die Ukraine hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Zudem hat China bei seinem bislang größten Militärmanöver Raketen in Richtung Taiwan abgefeuert.

Papiere von Meta Platforms (META.O) stiegen um 1,1 Prozent. Das Technologieunternehmen kündigte an, das in China gegründete KI-Startup Manus zu übernehmen und damit seine Bemühungen zu beschleunigen, fortschrittliche künstliche Intelligenz in seine Plattformen wie Facebook und Instagram zu integrieren.

Aktien von Bergbauunternehmen erholten sich am Dienstag, Silvercorp (SVM.N), Hecla (HL.N) und Newmont (NEM.N) rückten bis zu 2,5 Prozent vor. Für Kauflaune sorgten Preisanstiege am Metallmarkt. Silber (XAG=) und Platin (XPT=) nahmen nach dem Einbruch am Montag ihre Rally wieder auf und sprangen um fünf beziehungsweise vier Prozent nach oben.

Gold (XAU=) verteuerte sich um 0,3 Prozent. "Gold ist zuletzt zu schnell zu stark gestiegen. Gewinnmitnahmen wie die gestrigen waren überfällig", sagte Consorsbank-Experte Stanzl. Die fundamentalen Rahmenbedingungen, die den Goldpreis auf diese Höhen getrieben hätten, blieben jedoch unverändert. Eine große Trendumkehr nach unten sei daher eher nicht zu erwarten. "Allerdings ist absehbar, dass die Edelmetalle nach ihrer Rekordjagd etwas Zeit benötigen werden, um abzukühlen."


(Bericht von Purvi Agarwal, Nikhil Sharma und Saeed Azhar. Geschrieben von Sanne Schimanski und Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)