06.10.25
20:33
Reuters
Aktien des US-Halbleiterherstellers AMD legten 23,7 Prozent zu, nachdem der milliardenschwere Auftrag von OpenAI zur Lieferung von KI-Prozessoren bekannt geworden war. Der Konzern rechnet durch den Auftrag mit jährlichen Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem erhofft sich AMD durch Dominoeffekte für die kommenden Jahre zusätzliche Umsätze mit KI-Chips von mehr als 100 Milliarden Dollar. "Die Summen, um die es bei diesen Partnerschaften und beim Ausbau der Infrastruktur zur Unterstützung von KI geht, sind inzwischen wirklich erstaunlich", sagte Leah Bennett, Anlagestrategin bei Concurrent Asset Management.
Nach einer Flut von KI-Deals wischten Analysten Sorgen angesichts der hohen Bewertungen beiseite. "Ich glaube nicht, dass wir uns in einer Blase befinden", sagte etwa Brett Mitstifer, Investment-Experte bei der Flagstar Bank. "Die Bewertungen sind zwar überdurchschnittlich hoch, aber es liegt ein echter langfristiger Trend und Profitabilität zugrunde." Den eigentlichen Test für die jüngste Rally sehen Experten in der nächste Woche beginnenden Gewinnsaison für das dritte Quartal. Bis Ende Oktober werden laut Goldman mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die 72 Prozent der Marktkapitalisierung repräsentieren, ihre Berichte vorlegen.
Im Windschatten von AMD zogen auch andere Chip-Unternehmen wie Marvell Technology(MRVL.O) und Micron Technology(MU.O) an. KI-bezogene Firmen wie Super Micro Computer(SMCI.O), Palantir(PLTR.O) und Oracle(ORCL.N) verteuerten sich um bis zu fünf Prozent.
Für Kaufimpulse sorgte auch die Aussicht auf eine Zinssenkung nach schwächeren Arbeitsmarktdaten aus der Vorwoche. Obwohl die Haushaltssperre in den USA die Veröffentlichung des wichtigen monatlichen Arbeitsmarktberichts verzögert hat, deuteten mehrere alternative Indikatoren auf Zurückhaltung bei Einstellungen hin. Dies bestärkte die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass der Auszahlungstermin für die Gehälter des Militärpersonals am 15. Oktober den Druck auf die Politik erhöhen wird, die Blockade zu beenden. Sollte die Haushaltssperre andauern, würden rund 1,3 Millionen Militärangehörige kein Gehalt erhalten.
Die zunehmenden Wetten auf niedrigere Zinsen befeuerten die Rally auf Gold. Der Preis für das Edelmetall kletterte in der Spitze um 2,2 Prozent auf ein frisches Rekordhoch von 3969 Dollar je Feinunze. Das als sicherer Hafen geltende Edelmetall hat sich in diesem Jahr um 50 Prozent verteuert. Die Analysten der UBS gehen davon aus, dass der Goldpreis bis zum Jahresende 4200 Dollar erreichen wird.
Auch die Rally bei Kryptowährungen hielt an. Nach dem Rekordhoch am Wochenende kletterte Bitcoin(BTC=) um 2,1 Prozent auf 125.258 Dollar. "Die Rally beweist: Bitcoin ist kein Nischenprodukt mehr, sondern eine ernstzunehmende Anlageform in politisch unsicheren Zeiten", konstatierte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. "Anleger könnten nun die 130.000-Dollar-Marke ins Auge fassen." Allerdings blieben auch die Absturzgefahren präsent.
Bei den Einzelwerten trieben Spekulationen auf die Markteinführung eines preisgünstigeren Einsteiger-Modells Tesla(TSLA.O) um 5,5 Prozent nach oben. Der Elektroautobauer hatte am Wochenende auf X eine für Dienstag geplante Veranstaltung angedeutet.
Critical Metals(CRML.O) schossen um 45 Prozent in die Höhe. Reuters hatte berichtet, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine Beteiligung an dem Minenunternehmen erwägt.
(Bericht von Niket Nishant und Sukriti Gupta, geschrieben von Stefanie Geiger und Ralf Bode. Redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
06.10.25
20:33
Reuters
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| Milliarden-Auftrag für AMD von ChatGPT-Entwickler OpenAI |
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| Rückenwind für Technologie-Aktien |
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| Run auf Gold und Bitcoin |
| (Neu: Schlusskurse) |
| 06. Okt (Reuters) - Ein milliardenschwerer Deal in der |
| Chip-Branche hat zum Wochenstart für Optimismus an den US-Börsen |
| gesorgt. Vor allem bei Techfirmen griffen Anleger zu, nachdem |
| ein Großauftrag von ChatGPT-Entwickler OpenAI für KI-Chips von |
| AMD(AMD.O) für kräftigen Rückenwind in der Branche sorgte. Der |
| US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) schloss 0,1 Prozent tiefer |
| mit 46.695 Punkten. Der technologielastige Nasdaq(.IXIC) rückte |
| indes 0,7 Prozent auf 22.942 Zähler vor und der breit gefasste |
| S&P 500 0,4 Prozent auf 6740 Stellen. |
Aktien des US-Halbleiterherstellers AMD legten 23,7 Prozent zu, nachdem der milliardenschwere Auftrag von OpenAI zur Lieferung von KI-Prozessoren bekannt geworden war. Der Konzern rechnet durch den Auftrag mit jährlichen Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe. Zudem erhofft sich AMD durch Dominoeffekte für die kommenden Jahre zusätzliche Umsätze mit KI-Chips von mehr als 100 Milliarden Dollar. "Die Summen, um die es bei diesen Partnerschaften und beim Ausbau der Infrastruktur zur Unterstützung von KI geht, sind inzwischen wirklich erstaunlich", sagte Leah Bennett, Anlagestrategin bei Concurrent Asset Management.
Nach einer Flut von KI-Deals wischten Analysten Sorgen angesichts der hohen Bewertungen beiseite. "Ich glaube nicht, dass wir uns in einer Blase befinden", sagte etwa Brett Mitstifer, Investment-Experte bei der Flagstar Bank. "Die Bewertungen sind zwar überdurchschnittlich hoch, aber es liegt ein echter langfristiger Trend und Profitabilität zugrunde." Den eigentlichen Test für die jüngste Rally sehen Experten in der nächste Woche beginnenden Gewinnsaison für das dritte Quartal. Bis Ende Oktober werden laut Goldman mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die 72 Prozent der Marktkapitalisierung repräsentieren, ihre Berichte vorlegen.
Im Windschatten von AMD zogen auch andere Chip-Unternehmen wie Marvell Technology(MRVL.O) und Micron Technology(MU.O) an. KI-bezogene Firmen wie Super Micro Computer(SMCI.O), Palantir(PLTR.O) und Oracle(ORCL.N) verteuerten sich um bis zu fünf Prozent.
Für Kaufimpulse sorgte auch die Aussicht auf eine Zinssenkung nach schwächeren Arbeitsmarktdaten aus der Vorwoche. Obwohl die Haushaltssperre in den USA die Veröffentlichung des wichtigen monatlichen Arbeitsmarktberichts verzögert hat, deuteten mehrere alternative Indikatoren auf Zurückhaltung bei Einstellungen hin. Dies bestärkte die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer nächsten Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass der Auszahlungstermin für die Gehälter des Militärpersonals am 15. Oktober den Druck auf die Politik erhöhen wird, die Blockade zu beenden. Sollte die Haushaltssperre andauern, würden rund 1,3 Millionen Militärangehörige kein Gehalt erhalten.
Die zunehmenden Wetten auf niedrigere Zinsen befeuerten die Rally auf Gold. Der Preis für das Edelmetall kletterte in der Spitze um 2,2 Prozent auf ein frisches Rekordhoch von 3969 Dollar je Feinunze. Das als sicherer Hafen geltende Edelmetall hat sich in diesem Jahr um 50 Prozent verteuert. Die Analysten der UBS gehen davon aus, dass der Goldpreis bis zum Jahresende 4200 Dollar erreichen wird.
Auch die Rally bei Kryptowährungen hielt an. Nach dem Rekordhoch am Wochenende kletterte Bitcoin(BTC=) um 2,1 Prozent auf 125.258 Dollar. "Die Rally beweist: Bitcoin ist kein Nischenprodukt mehr, sondern eine ernstzunehmende Anlageform in politisch unsicheren Zeiten", konstatierte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. "Anleger könnten nun die 130.000-Dollar-Marke ins Auge fassen." Allerdings blieben auch die Absturzgefahren präsent.
Bei den Einzelwerten trieben Spekulationen auf die Markteinführung eines preisgünstigeren Einsteiger-Modells Tesla(TSLA.O) um 5,5 Prozent nach oben. Der Elektroautobauer hatte am Wochenende auf X eine für Dienstag geplante Veranstaltung angedeutet.
Critical Metals(CRML.O) schossen um 45 Prozent in die Höhe. Reuters hatte berichtet, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine Beteiligung an dem Minenunternehmen erwägt.
(Bericht von Niket Nishant und Sukriti Gupta, geschrieben von Stefanie Geiger und Ralf Bode. Redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)