02.03.23
14:32
Reuters
02. Mrz (Reuters) - Mit der Kryptobank Silvergate(SI.N) ist ein weiteres Unternehmen in den Strudel der FTX-Affäre geraten. Der Kollaps der Handelsplattform FTX bringt zahlreiche Kryptofirmen, die geschäftlich eng miteinander verwoben sind, in die Bredouille. Einige von ihnen schlitterten in den vergangenen Monaten in die Insolvenz.
Nachfolgend eine Auswahl derjenigen Firmen, die Angaben zu ihrem Engagement bei FTX beziehungsweise Alameda, dem Brokerhaus des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried, gemacht haben:
Kunden der Kryptobank hatte nach Angaben vom November 2022 weniger als zehn Prozent der insgesamt knapp zwölf Milliarden Dollar schweren Einlagen in FTX gesteckt. Ausstehende Kredite der Börse gebe es nicht. Anleger zogen dennoch bis zum Jahresende 2022 mehr als acht Milliarden Dollar bei Silvergate ab. Daraufhin kündigte die Firma den Abbau von 200 Stellen an. Das sind 40 Prozent der Belegschaft. Anfang März 2023 stellte Silvergate wegen milliardenschwerer Verluste den eigenen Fortbestand infrage.
Die Kryptobank meldete Ende November 2022 Insolvenz an, nachdem sie Wochen zuvor Geldabhebungen von Kunden ausgesetzt hatte. BlockFi war schon Monate zuvor in Schwierigkeiten geraten und sollte für bis zu 240 Millionen Dollar von FTX übernommen werden. Außerdem hatte die Kryptobörse BlockFi einen 400 Millionen Dollar schweren Kreditrahmen eingeräumt.
Der BlockFi-Rivale beantragte im Januar 2023 ebenfalls Gläubigerschutz für einige Geschäftsbereiche. Er hatte in den Monaten zuvor zur Erhaltung der Liquidität die Kreditvergabe sowie Zahlungen an Kunden eingestellt, Medienberichten zufolge einen Sanierungsberater eingestellt und einen großen Teil der Belegschaft entlassen. Nach eigenen Angaben stehen bei Genesis 175 Millionen Dollar im Zusammenhang mit dem FTX-Kollaps im Feuer.
Der Chef der weltgrößten Kryptobörse, Changpeng Zhao, hatte im November die Zweifel der Anleger am Geschäftsgebaren von FTX geschürt, als der den Verkauf von FTT(FTT=CCCL), digitalen FTX-Anteilsscheinen ("Token"), ankündigte. Außerdem blies Binance eine Rettung des strauchelnden Rivalen kurzfristig ab. Kunden des Branchenprimus räumten zeitweise ihre Konten ebenfalls leer. Mitte Dezember 2022 gab Changpeng Entwarnung.
Die Kryptobank schlitterte bereits Monate vor der FTX-Pleite in die Insolvenz. Gerichtsunterlagen zufolge gewährte Celsius dem Brokerhaus Alameda zwischen 2020 und 2022 Kredite im Volumen von rund einer Milliarde Dollar.
Ebenso wie Rivale Celsius brach Voyager vor FTX zusammen. FTX wollte zeitweise Vermögenswerte der Kryptobank im Volumen von 1,42 Milliarden Dollar übernehmen.
Die Kryptobörse hatte nach eigenen Angaben 15 Millionen Dollar auf FTX-Konten deponiert. Engagements in FTT oder bei Alameda gebe es nicht. Auch habe Coinbase an den Konkurrenten FTX keine Kredite vergeben.
Dem auf Kryptowerte spezialisierten Vermögensverwalter droht den Angaben zufolge ein Verlust von bis zu 30,3 Millionen Dollar aus Geschäften mit FTX. CoinShares sei finanziell gesund, betont Firmenchef Jean-Marie Mognetti.
Die Börse aus Singapur habe zeitweise zwar Gelder im Volumen von rund einer Milliarde Dollar zu FTX transferiert, hatte Crypto.com im November 2022 mitgeteilt. Zum Zeitpunkt des Kollapses des Rivalen habe das Engagement aber bei weniger als zehn Millionen Dollar gelegen.
Am 9. November 2022, einen Tag nachdem FTX Abhebungen eingefroren hatte, bezifferte der Finanzdienstleister sein Engagement bei der Kryptobörse auf 76,8 Millionen Dollar. Davon befänden sich aber 47,5 Millionen Dollar "im Prozess der Abhebung", fügte Galaxy Digital damals hinzu.
Der "Financial Times" zufolge stecken rund 100 Millionen Dollar oder rund die Hälfte der Geldes des Hedgefonds Galois auf FTX-Konten fest. Andere Medienberichte sprachen von 45 Millionen Dollar.
Die Handelsplattform Kraken hält nach eigenen Angaben rund 9000 der FTX-Token FTT und ist "in keiner wesentlichen Weise" vom Kollaps des Konkurrenten betroffen. Anfang November belief sich der Wert dieses FTT-Bestandes auf rund 200.000 Dollar, aktuell sind es etwa knapp 13.000 Dollar.
Der Vermögensverwalter und Anbieter des weltgrößten Bitcoin-Fonds, Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)(GBTC.PK), betont, dass die aktuellen Branchenturbulenzen keinen Einfluss auf die Funktion der Produkte oder auf die Sicherheit von Vermögenswerten haben.
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| CHRONIK- Aufstieg und Fall der Kryptobörse FTX | [nL8N33N1H5] | ||||
| HINTERGRUND-FTX-Gründer bettelte trotz Bilanzloch weltweit um | |||||
| Milliarden | [nL8N32C2G3] | ||||
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| HINTERGRUND-Celsius-Insolvenz ist Präzedenzfall für | |||||
| Kryptobank-Kunden | [nL8N32Y1LE] | ||||
| Die umsatzstärksten Kryptobörsen | https://tmsnrt.rs/3UGy5F7 | ||||
| Entwicklung der Einlagen bei Silvergate | https://tmsnrt.rs/3Ctu1Bl | ||||
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(Zusammengestellt von Elizabeth Howcroft, Mehnaz Yasmin, Medha Singh Niket Nishant, Manya Saini und Hannah Lang; geschrieben von Hakan Ersen. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
02.03.23
14:32
Reuters
Mit der Kryptobank Silvergate(SI.N) ist ein weiteres Unternehmen in den Strudel der FTX-Affäre geraten. Der Kollaps der Handelsplattform FTX bringt zahlreiche Kryptofirmen, die geschäftlich eng miteinander verwoben sind, in die Bredouille. Einige von ihnen schlitterten in den vergangenen Monaten in die Insolvenz.
Nachfolgend eine Auswahl derjenigen Firmen, die Angaben zu ihrem Engagement bei FTX beziehungsweise Alameda, dem Brokerhaus des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried, gemacht haben:
SILVERGATE(SI.N) Kunden der Kryptobank hatte nach Angaben vom November 2022 weniger als zehn Prozent der insgesamt knapp zwölf Milliarden Dollar schweren Einlagen in FTX gesteckt. Ausstehende Kredite der Börse gebe es nicht. Anleger zogen dennoch bis zum Jahresende 2022 mehr als acht Milliarden Dollar bei Silvergate ab. Daraufhin kündigte die Firma den Abbau von 200 Stellen an. Das sind 40 Prozent der Belegschaft. Anfang März 2023 stellte Silvergate wegen milliardenschwerer Verluste den eigenen Fortbestand infrage.
BLOCKFI Die Kryptobank meldete Ende November 2022 Insolvenz an, nachdem sie Wochen zuvor Geldabhebungen von Kunden ausgesetzt hatte. BlockFi war schon Monate zuvor in Schwierigkeiten geraten und sollte für bis zu 240 Millionen Dollar von FTX übernommen werden. Außerdem hatte die Kryptobörse BlockFi einen 400 Millionen Dollar schweren Kreditrahmen eingeräumt.
GENESIS Der BlockFi-Rivale beantragte im Januar 2023 ebenfalls Gläubigerschutz für einige Geschäftsbereiche. Er hatte in den Monaten zuvor zur Erhaltung der Liquidität die Kreditvergabe sowie Zahlungen an Kunden eingestellt, Medienberichten zufolge einen Sanierungsberater eingestellt und einen großen Teil der Belegschaft entlassen. Nach eigenen Angaben stehen bei Genesis 175 Millionen Dollar im Zusammenhang mit dem FTX-Kollaps im Feuer.
BINANCE Der Chef der weltgrößten Kryptobörse, Changpeng Zhao, hatte im November die Zweifel der Anleger am Geschäftsgebaren von FTX geschürt, als der den Verkauf von FTT(FTT=CCCL), digitalen FTX-Anteilsscheinen ("Token"), ankündigte. Außerdem blies Binance eine Rettung des strauchelnden Rivalen kurzfristig ab. Kunden des Branchenprimus räumten zeitweise ihre Konten ebenfalls leer. Mitte Dezember 2022 gab Changpeng Entwarnung.
CELSIUS Die Kryptobank schlitterte bereits Monate vor der FTX-Pleite in die Insolvenz. Gerichtsunterlagen zufolge gewährte Celsius dem Brokerhaus Alameda zwischen 2020 und 2022 Kredite im Volumen von rund einer Milliarde Dollar.
VOYAGER DIGITAL(VYGVQ.PK) Ebenso wie Rivale Celsius brach Voyager vor FTX zusammen. FTX wollte zeitweise Vermögenswerte der Kryptobank im Volumen von 1,42 Milliarden Dollar übernehmen.
COINBASE(COIN.O) Die Kryptobörse hatte nach eigenen Angaben 15 Millionen Dollar auf FTX-Konten deponiert. Engagements in FTT oder bei Alameda gebe es nicht. Auch habe Coinbase an den Konkurrenten FTX keine Kredite vergeben.
COINSHARES(3TW.F) Dem auf Kryptowerte spezialisierten Vermögensverwalter droht den Angaben zufolge ein Verlust von bis zu 30,3 Millionen Dollar aus Geschäften mit FTX. CoinShares sei finanziell gesund, betont Firmenchef Jean-Marie Mognetti.
CRYPTO.COM Die Börse aus Singapur habe zeitweise zwar Gelder im Volumen von rund einer Milliarde Dollar zu FTX transferiert, hatte Crypto.com im November 2022 mitgeteilt. Zum Zeitpunkt des Kollapses des Rivalen habe das Engagement aber bei weniger als zehn Millionen Dollar gelegen.
GALAXY DIGITAL(GLXY.TO) Am 9. November 2022, einen Tag nachdem FTX Abhebungen eingefroren hatte, bezifferte der Finanzdienstleister sein Engagement bei der Kryptobörse auf 76,8 Millionen Dollar. Davon befänden sich aber 47,5 Millionen Dollar "im Prozess der Abhebung", fügte Galaxy Digital damals hinzu.
GALOIS CAPITAL Der "Financial Times" zufolge stecken rund 100 Millionen Dollar oder rund die Hälfte der Geldes des Hedgefonds Galois auf FTX-Konten fest. Andere Medienberichte sprachen von 45 Millionen Dollar.
KRAKEN Die Handelsplattform Kraken hält nach eigenen Angaben rund 9000 der FTX-Token FTT und ist "in keiner wesentlichen Weise" vom Kollaps des Konkurrenten betroffen. Anfang November belief sich der Wert dieses FTT-Bestandes auf rund 200.000 Dollar, aktuell sind es etwa knapp 13.000 Dollar.
GRAYSCALE Der Vermögensverwalter und Anbieter des weltgrößten Bitcoin-Fonds, Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)(GBTC.PK), betont, dass die aktuellen Branchenturbulenzen keinen Einfluss auf die Funktion der Produkte oder auf die Sicherheit von Vermögenswerten haben.
(Zusammengestellt von Elizabeth Howcroft, Mehnaz Yasmin, Medha Singh Niket Nishant, Manya Saini und Hannah Lang; geschrieben von Hakan Ersen. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)